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Most recents (6)

CN: Sterben / Tod

Menschen beim Sterben begleiten ist ein sehr sensibler und intimer Moment und lässt einen nicht kalt. Wir kennen diese Menschen oft über Jahre.
Manches geht etwas mehr unter die Haut.

Flehende Rufe: Mama, Mama, hilf mir, Mama.
Wir sind keine Maschinen! Die Rufe waren oft über den ganzen Flur zu hören, während wir unterbesetzt über die Flure hasten. Dazu Wochenende, viele Angehörige mit Redebedarf.
Wieviel Zeit bleibt am Ende für eine würdevolle Sterbebegleitung?
Es gibt viele Gründe, warum Pflegekräfte den Beruf verlassen. Warum sie ausbrennen. Warum sie in einen #coolut geraten. Warum vielen der Burnout droht. Es nennt sich #moralischverletzt
Wir kümmern uns um eure Angehörigen. Begleiten sie bis zum Ende.

Bis wir am Ende sind.
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#LongSeelenthread
#Depression
#ProtectOurCareworkers

Nun bin ich seit genau 4 Monaten und 1 Tag aus dem Klinikbetrieb raus. Ich war psychisch ganz weit unten. Mein Leben hat sich grundlegend verändert. Ich verlor völlig den Halt.
So sehr, dass ich nicht mehr leben wollte.
#Depression fickt einen immer dann, wenn man es am wenigsten brauchen kann.

"Die seelische Gesundheit ist das A&O."

"Du musst resilienter werden."

"Genieße den freien Tag."

"Erhol dich im Urlaub gut."

"Genieße die Sonne."

Sätze die in Kliniken und Heimen genau so fallen.
Depressionserkrankte können damit nicht viel anfangen. Es bleiben Floskeln, die die Hoffnung sowie subtil die Forderung beinhalten, dass man sich (gefälligst) um sich selbst kümmern sollte, bevor man noch krank ausfällt und nicht mehr arbeiten kann.
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Falls ihr euch fragt wie unser Status auf der Arbeit ist:
Fast die Hälfte des OP-Personals (insgesamt mehr als 20 Personen) haben seit Dezember gekündigt. So sieht es in vielen Krankenhäusern aus. 2 OP-Säle werden dauerhaft geschlossen. #pflegteuchdochselbst #moralischverletzt
Dazu komlen 5 OP-Säle die seit Covid ohnehin geschlossen sind, wegen Personalverschiebung und improvisierter ICU in 2 der Säle. Die werden ebenfalls geschlossen bleiben, weil kein Personal mehr da ist.
Ich hoffe ihr versteht langsam was euch erwartet.
Statt 15 OP-Sälen gibtves zukünftig nur noch 8-9. Statt 45-50 OPs am Tag können nur noch 25-30 OPs stattfinden. Wartezeiten für Patienten verlängern sich deutlich. Manche Patienten werden nicht mehr in der eigenen Stadt versorgt werden können.
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#moralischverletzt
#Altenpflege

CN: Wunden, Vernachlässigung

Ich war neu in einer Einrichtung. Mein bisher schlimmstes Erlebnis in der Pflege. Ich hatte bis dahin nie eine schlimmere Form von Kontrakturen (steife Gelenke) gesehen.
Ein Thread…
#etwaslängerSorry
1) Sie lag versteift, in Embryonalstellung im Bett, die Beine zusätzlich ineinander "verknotet".
Dazu mehrere Dekubiti (schlimme Wunden) an Steiß, Becken, an den Stellen wo die verknoteten Beine aufeinander drücken. Sie hat ununterbrochen gestöhnt.
2) Ich stand vor dem Bett und war entsetzt. Ich fragte ob sie immer so stöhnt. Antwort Fachkraft völlig desinteressiert: "ständig, das ist normal bei ihr"! Mir rutschte ein "willst du mich verarschen?" raus.
Mein erster Tag wo ich wütend ins Büro vom Chef gelaufen bin!
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#moralischverletzt gab es schon lange vor der Pandemie:
- die schwerbetroffene aphasische alte Dame auf den Flur legen, weil ihre OPS erfüllt ist und das Bett gebraucht wird
- die 94-jährige reanimieren, weil es so gewollt ist
- den dementen Herrn zum Sterben ins Bad legen
- dem unruhige Pat., der sich ständig die Magensonde zieht, die Hände fixieren
- das traumatisierte Unfallopfer, deren Mann beim Unfall gestorben ist, ins Vierbettzimmer legen müssen, weil der Premiumpat. das Einzelzimmer beansprucht
- die Frau in der 24. SSW, bei der das konfessionelle KH zwar gerne die Pränatal-Diagnostik macht, aber resultierende Konsequenzen ablehnt, aufnehmen, nach med. Einleitung entbinden lassen und die letzten Atemzüge des Kindes in einer Nierenschale im Fäkalienraum begleiten.
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Okee, dann erzähle ich mal von #moralischverletzt: Ich habe am WE einen Pat. betreut, der hochbetagt in einer Uniklinik gelandet ist. Frühdienst teilweise 1,5 Stunden nach Dienstschluss noch vor Ort, die Kolleg*innen haben gearbeitet wie verrückt.
Pat. ist seit über einer Woche dort, sieht verwahrlost aus. Unrasiert, verkrustete Ohren, borkiger Mund, staubtrockene Haut, keine Lagerungsmaterialien im und kaum Pflegeutensilien am Bett, wird als unkooperativ beschrieben.
Als ich dem Patienten beim Erstkontakt zu Trinken anbiete, trinkt er drei volle Becher Wasser im Sturz aus. Rasiere ihn, mache Hautpflege, reiche mit viel Ruhe Nahrung an, putze seine Zähne, spreche viel mit ihm, stelle das Radio an, lagere ihn vorsichtig.
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